Epilepsie stellt eine der häufigsten chronischen Krankheiten im Kindes- und Erwachsenenalter dar [1]. Fast ein Prozent der Bevölkerung ist von Epilepsie betroffen – in der Schweiz sind das rund 80 000 Menschen, davon etwa 15 000 Kinder [1]. Bei Kindern und Jugendlichen ist Epilepsie die häufigste chronische neurologische Erkrankung und kann einen erheblichen Einfluss auf die kognitive Entwicklung sowie die Lebensqualität der betroffenen Kinder und deren Familien haben [2]. Für eine bestmögliche Behandlung ist eine korrekte Diagnosestellung unter Berücksichtigung sämtlicher Differentialdiagnosen wichtige Voraussetzung. Insbesondere ist es wichtig, epileptische von nicht-epileptischen Anfällen abzugrenzen, sowohl im Kindes- als auch im Erwachsenenalter. Neben der Basisdiagnostik durch Neurologinnen und Neurologen und Kinderneurologen und -neurologinnen, die bereits nach dem ersten Anfall erfolgen sollte, ist eine umfassende Abklärung durch Epilepsiespezialisten und -spezialistinnen und die Anbindung an Epilepsiezentren für Patientinnen und Patienten mit schwer behandelbaren Epilepsien unerlässlich. Die Epilepsie ist gut behandelbar: Über 70% der Epilepsie werden schon bei der Behandlung mit dem ersten oder zweiten richtig ausgewählten Medikament anfallsfrei. Anders sieht es für die ca. 30% der Patientinnen und Patienten aus, die trotz Behandlung mit oft mehreren Medikamenten weiterhin unter Anfällen leiden – in solchen Fällen liegt eine therapieresistente Epilepsie vor [3, 4]. Nach dem erfolglosen Einsatz von zwei korrekt gewählten anfallssuppressiven Medikamenten (ASM) in adäquater Dosierung stehen weiterführende Behandlungsmethoden wie die resektive Epilepsiechirurgie, Neuromodulation oder ketogene Ernährungstherapien zur Verfügung.