Dem Gesundheitswesen geht es immer schlechter. Es wird mit düsteren Worten wie Zusammenbruch, Explosion, Tsunami oder Mangel beschrieben. Die Lage wirkt verfahren, Meinungen gehen auseinander und Interessen scheinen unvereinbar zu sein. Hinzu kommen gravierende Führungs- und Ressourcenprobleme. Meiner Meinung nach wird dieser Katastrophismus durch die Romantisierung der Medizin befeuert, die uns intolerant gegenüber Belastungen macht, ohne einen realistischen Ausweg aus der Situation aufzuzeigen. Diese Romantisierung äussert sich in der Idealisierung der Kliniktätigkeit, der Abneigung gegenüber administrativen Arbeiten und der Erwartung, soziale Ungerechtigkeit und Umweltprobleme zu beseitigen, während die Möglichkeiten des Fortschritts angezweifelt werden.