Bis vor kurzem hat man beim Thema Strahlenunfälle und nukleare Katastrophen vor allem an Kernkraftwerkunfälle wie Three Mile Island 1979, Tschernobyl 1986 oder Fukushima 2011 gedacht. Über Strahlenunfälle, die häufig durch unsachgemässes Hantieren mit Strahlenquellen im zivilen Bereich ausgelöst werden, hört und liest man kaum etwas in den Medien. Geheimdienstaktionen, wie beispielsweise die Vergiftung des ehemaligen KGB-Agenten und späteren Dissidenten, Alexander Litwinenko im November 2006, erregten nur kurzfristig grosses mediales Interesse. Ihm wurde im Tee radioaktives Polonium (Po-210) verabreicht und er starb innerhalb von 3 Wochen an den Folgen einer akuten Strahlenkrankheit. Jahrzehnte nach dem Entsetzen über die Atombombenabwürfe in Hiroshima und Nagasaki 1945, die hunderttausende von Menschen das Leben kosteten und nach dem Ende des kalten Krieges um 1991, interessierte sich ausserhalb von militärischen Kreisen kaum jemand mehr für das vernichtende Potenzial von nuklearen Waffen.