Berichts- und Lernsysteme (critical incidents reporting systems CIRS) sind ein Instrument des klinischen Risikomanagements, mit welchem Gesundheitsfachpersonen anonymisierte, sicherheitsrelevante Vorfälle berichten können. CIRS dienen der Analyse von systembezogenen Fehlern, Risiken, kritischen Ereignissen und Beinahe-Vorfällen in Organisationen des Gesundheitswesens. In einem kontinuierlichen Verbesserungsprozess sollen wirksame Massnahmen abgeleitet und umgesetzt werden, die Resilienz der Gesundheitsorganisationen erhöht und so ähnliche Vorfälle in Zukunft verhindert werden. Berichts- und Lernsysteme zählen vor allem in Spitälern zu einer verbreiteten Vorgehensweise zur Verbesserung der Patientensicherheit. In verschiedenen Ländern werden Berichts- und Lernsysteme unterschiedlich und unter verschiedenen Rahmenbedingungen umgesetzt. Von der schweizerischen Politik und Verwaltung werden CIRS mit zunehmender Verbindlichkeit von allen Leistungserbringern im stationären und praxis-ambulanten Bereich eingefordert (Art. 58g KVV, lit. c).