Die nackten Zahlen sprechen Bände: Die Anzahl der Geschäfte im Bundesparlament hat sich seit dem Jahr 2000 um das Sechsfache erhöht. Die Seitenzahlen von Gesetzen und Verordnungen sind um den Faktor 2,7 gestiegen. Das KVG wurde 52-mal geändert, die dazugehörige Verordnung (KVV) sogar 71-mal. Diese Regulierungswelle blieb nicht ohne Folgen. Denn die Regulierungskosten tragen in erster Linie die Fachpersonen an vorderster Front, die die Vorgaben anwenden müssen. Über drei Viertel der Ärztinnen und Ärzte empfinden administrative Aufgaben als grosses Problem. Dies stellt eine aktuelle Obsan-Studie nüchtern fest [1]. Der Dokumentationsaufwand der Ärztinnen und Ärzte beträgt heute 119 Minuten pro Tag und hat sich seit 2011 um gut eine halbe Stunde erhöht [2]. Würden wir die bürokratischen Anforderungen auf das Niveau von 2011 reduzieren, könnten wir in der Schweiz 3000 Ärztinnen und Ärzte einsparen. Damit zeigt sich auch der Zusammenhang mit dem Fachkräftemangel. Dieser wird durch zusätzliche Regulierung verschärft.