Der Normaldruckhydrozephalus ist eine häufig auftretende, aber leider unterdiagnostizierte Erkrankung. Ihm haftet der Ruf einer schwer zu erkennenden Erkrankung an, für die es keine wirksame Behandlung gibt. Dieser schlechte Ruf rührt von den zugegebenermassen enttäuschenden Ergebnissen her, die der Entdeckung der Krankheit in den ersten Jahren gefolgt sind [1]. Die Diagnostik hat sich in diesem Bereich jedoch erheblich verbessert, und wenn die Erkrankung richtig erkannt wird, bewirkt die Behandlung eine dauerhafte Besserung. Die Kunst besteht also im richtigen Vorgehen bei der Diagnose. Glücklicherweise stehen die entsprechenden Mittel bereit: Anamnese, klinische Untersuchung und bildgebende Untersuchung des Gehirns. Eine korrekte Diagnose ist deshalb von grosser Bedeutung, weil die Erkrankung bei älteren Menschen zu einer Verschlechterung der Gehfähigkeit führt, was unweigerlich ihre Selbstständigkeit einschränkt und sie einem hohen Risiko einer Einweisung in eine Pflegeeinrichtung aussetzt. Auch wenn Hydrozephalus «nur» 0,7 % der 70- bis 79-Jährigen betrifft und «nur» 5,9 % der über 80-Jährigen [2], entspricht dies einer beträchtlichen Zahl von Menschen in den Westschweizer Kantonen (vgl. Abbildung 1). Hier möchten wir nun unsere Diagnosemethode vorstellen, wie sie in der Hydrozephalusabteilung des CHUV zum Einsatz kommt [3].