Als ich meine Dissertation an der Schweizerischen Salmonellenzentrale der Berner Fakultät für Veterinärmedizin 1986 schrieb, fand ich es nicht ungewöhnlich, dass Untersuchungsmaterial von Menschen, Tieren und Nahrungsmitteln am gleichen Ort untersucht wurde. Heute würde ich dieses Labor als One-Health-Institution bezeichnen. Doch zu dieser Zeit war dieser Begriff noch unbekannt. Mein Doktorvater schenkte mir damals das Buch «Veterinary Medicine and Human Health» von Calvin Schwabe. Schwabe führte in den frühen 1960er-Jahren den Begriff «One Medicine» mit den Worten ein: «Es gibt keine paradigmatischen Unterschiede zwischen Human- und Veterinärmedizin. Beide haben die gleiche Grundlage in Anatomie, Physiologie und dem Ursprung der Krankheiten.» Ohne es in diesem Moment zu verstehen, wurde ich in diesem Moment mit der damals weitreichenden Idee integrierter Ansätze zur Gesundheit in Kontakt gebracht.