Immer häufiger flattern mir in Anamnesegesprächen Ausdrucke von ChatGPT-Verläufen entgegen: Selbstdiagnosen, Behandlungsanliegen, Differenzialdiagnosen und Therapiedialoge. Da ist etwa der Patient ohne psychiatrische Vorgeschichte, der sich anhand eines Chatdialogs als komplex posttraumatisiert beschreibt, mit ADHS und Depression. Oder jener andere, der in einer psychotischen Episode ChatGPT-Antworten als Bestätigung las, die antipsychotische Medikation sei Ursache seines Leidens.
Es wäre falsch, Patientinnen und Patienten für den Versuch abzuwerten, ihre Beschwerden besser zu verstehen. Angesichts langer Wartezeiten überrascht es kaum, dass immer mehr Menschen KI für Gesundheitsfragen nutzen, was die eigene Gesundheitsgeschichte gewissermassen zu einem Prompt verkommen lässt.
Es wäre falsch, Patientinnen und Patienten für den Versuch abzuwerten, ihre Beschwerden besser zu verstehen. Angesichts langer Wartezeiten überrascht es kaum, dass immer mehr Menschen KI für Gesundheitsfragen nutzen, was die eigene Gesundheitsgeschichte gewissermassen zu einem Prompt verkommen lässt.