Stoffwechsel

Die Auswertung von über 4000 Studien mit mehr als 232 Millionen
Teilnehmenden in 200 Ländern zeigt: Die Adipositasraten haben in den letzten 40 Jahren in vielen Ländern mit tiefem und mittlerem Einkommen zum Teil stark zugenommen. In Westeuropa und anderen Ländern mit hohem Einkommen haben sie sich demgegenüber stabilisiert.

Dabei ist allerdings zwischen Kindern und Erwachsenen zu unterscheiden. Bei Kindern in den meisten westlichen Ländern mit hohem Einkommen hat die Rate an Adipositas ab den 1990er-Jahren abzuflachen begonnen und Mitte der 2000er-Jahre ein Plateau erreicht oder ist gemäss der Studie sogar leicht gesunken. Bei Erwachsenen sei ein ähnlicher Trend etwa ein Jahrzehnt später festzustellen: Die Rate 2024 in Westeuropa liegt grundsätzlich unter 25 Prozent – in Frankreich etwa bei tiefen 11 Prozent. In Ländern mit tiefen und mittleren Einkommen stieg die Rate
sowohl bei Kindern wie bei Erwachsenen im untersuchten Zeitraum – und die Zunahme beschleunigte sich in vielen Ländern sogar.

Die Rate liegt dabei oft höher als in einkommensstärkeren Ländern. Bei Adipositas von einer einheitlichen «globalen Epidemie» zu sprechen, sei deshalb nicht korrekt – dazu seien die Unterschiede
zwischen Ländern, Altersgruppen und Geschlechtern zu gross. Soziale, ökonomische und technologische Einflussfaktoren wirkten sich auf die Dynamik aus. Dazu gehöre etwa, wie verfügbar, bezahlbar und effektiv genutzt verschiedene Lebensmittel sind. Bei der Zunahme in ärmeren Ländern seien Urbanisierung, wenig
Regulierung von Lebensmitteln und ein ungleicher Zugang zu gesunden Lebensmitteln relevant. Die Bestrebungen gegen Übergewicht müssten länderspezifisch und insbesondere an die Situation von Menschen mit geringem Einkommen angepasst sein.