Die Diskussion um die Zukunft unseres Gesundheitswesens wird seit Jahren fast ausschliesslich über die Kosten statt über den Nutzen geführt. Prämien, Tarife, Effizienzreserven – alles scheint sich um die Frage zu drehen, wie wir das System finanzieren. Dabei übersehen wir eine weit grundlegendere, strategische Herausforderung: Die Fachkräfte gehen uns aus, bevor uns das Geld ausgeht!
Ein Blick in den Themenschwerpunkt dieser Ausgabe zeigt im Kern: Die Versorgung auf dem Land ist heute vor allem eine Frage einer vorausschauenden Nachfolgeplanung. Wenn wir in standespolitischen Debatten über die Zukunft klagen und behaupten, die heutige Jugend sei zu anspruchsvoll oder «schwierig», verfallen wir einer jahrtausendealten, meist unbegründeten Feststellung. Die junge Generation von Ärztinnen und Ärzten ist keineswegs unwillig – sie stellt lediglich zeitgemässe, völlig legitime Ansprüche an ihre Lebens- und Arbeitswelt.