Zwischen diesen beiden Perspektiven besteht kein Widerspruch, doch sie erzeugen ein Spannungsfeld: Wie viel Verantwortung für die Gesundheit einer ganzen Bevölkerung darf in den ärztlichen Alltag verlagert werden? Und ab wann gefährdet dies die Kernaufgabe der Medizin: die Versorgung von Patientinnen und Patienten? An dieser Schnittstelle ist das Engagement der FMH angesiedelt. Als Berufsverband vertreten wir nicht nur die Anliegen der Ärzteschaft, sondern tragen auch aktiv zur öffentlichen Gesundheit bei. Das Ziel der Strategie 2025–2028 der FMH [1] sieht vor, die ärztliche Expertise in die öffentliche Gesundheit einzubringen, adäquate Dienstleistungen für ihre Mitglieder zu entwickeln und anzubieten und sich vor und in Gesundheitskrisen engagiert und koordinierend einzubringen. Damit steht die FMH im erwähnten Spannungsfeld: Sie schützt die Voraussetzungen ärztlicher Arbeit – und sie stärkt zugleich die öffentliche Gesundheit, indem sie diese Arbeit in den richtigen Kontext stellt.