Im Zitat des britischen Epidemiologen Geoffrey Rose folgt auf den Titelsatz kein Fragezeichen. Vielmehr postulierte er mit seiner Aussage das Präventionsparadox, wonach eine Massnahme, die für die gesamte Bevölkerung grossen Nutzen bringt, für den Einzelnen oft nur einen geringen oder nicht erkennbaren Vorteil ergibt [1]. So stossen strukturelle Massnahmen oder Empfehlungen zu gesundheitsförderlichem Verhalten häufig auf Ablehnung. Sie werden als Eingriff in die persönliche Freiheit wahrgenommen, ohne den kollektiven Nutzen zu berücksichtigen. Dabei bedeutet die Schaffung gesundheitsförderlicher Rahmenbedingungen kein Verbot von Genuss – es würde auch niemand behaupten, we gen des Gurtentragobligatoriums solle das Autofahren verboten werden. Ebenso wenig werden Leitplanken kritisiert, welche an exponierten Stellen Sicherheit schaffen. Analog dazu sollen präventive Massnahmen also vor allem Menschen mit erhöhtem Erkrankungsrisiko schützen und Gesunde darin unterstützen, gesund zu bleiben.