In der Schweiz ist die öffentliche Diskussion über das Gesundheitswesen bereits seit Jahren beinahe ausschliesslich auf die Kosten fixiert. In der Berichterstattung diagnostiziert man eine «Kostenexplosion» und warnt vor «Prämienschocks». Dieser einseitige Kostenfokus verleitet viele Politiker zu Aktivismus, weshalb sich die Diskussionen im Parlament hauptsächlich um die Kostenreduktion drehen. Und seit der Einführung des Krankenversicherungsgesetzes (KVG) fordern verschiedene Stimmen sogar regelmässig, die Leistungen müssten rationiert werden. Entsprechend hat das Bundesamt für Gesundheit (BAG) kürzlich den Zugang zu neuen – teuren, aber wirksamen – Hepatitis-C-Medikamenten eingeschränkt, so dass nur Patienten mit eine­m fortgeschrittenen Leberschaden diese von der Krankenkasse bezahlt bekommen.