Es ist weit besser, Krankheiten verhüten, als Krankheiten heilen, denn das leztre ist immer mit mehr Kraftverlust und folglich Lebensverkürzung verbunden.» [1] Dieser Satz stammt nicht aus einem heutigen Lehrbuch, sondern, die Sprache verrät es, aus dem Jahr 1797. Christoph Wilhelm Hufeland, einer der Vordenker von Public Health, argumentierte, dass Prävention wirksamer und schonender sei als die Behandlung eingetretener Krankheit. Über 200 Jahre später bleibt diese Grundüberlegung stimmig. Gesundheit entsteht dort, wo Menschen leben und arbeiten. Public Health, insbesondere die Prävention, war immer schon ein Teil der ärztlichen Tätigkeit – doch während sich die klinische Versorgung in der Schweiz in den letzten hundert Jahren eindrücklich entwickelte, bleibt die strukturelle Verankerung der Gesundheitsvorsorge weit hinter ihrem Potenzial zurück. Die Ottawa-Charta hat bereits vor vierzig Jahren hervorgehoben, dass Gesundheit in den Lebenswelten der Menschen geschaffen wird [2]. Diese Grundidee ist bis heute wegweisend und unterstreicht, wie wichtig ein systematisch verankertes Verständnis von Public Health ist.