Bereits 2019 waren weltweit Infekte mit resistenten Bakterien die Ursache von 1,27 Millionen Todesfällen und bei weiteren 4,9 Millionen Todesfällen assoziiert [1]. Im Vergleich dazu sterben jährlich auf globaler Ebene bis zu 650000 Menschen an einer Influenzainfektion [2], 630000 Menschen an HIV/AIDS und 1,23 Millionen Menschen an Tuberkulose (2024) [3]. Letztere gilt als die tödlichste Infektionskrankheit – aus der Perspektive des «single infectious agent» betrachtet. Im Vergleich zu den nichtübertragbaren Krankheiten sind die Zahlen ebenfalls beeindruckend. Lungenkrebs – als häufigste onkologische Todesursache – fordert jährlich 1,8 Millionen (2020) [4] und die ischämische Herzkrankheit 8,9 Millionen Menschenleben (2022) [5]. Schätzungen zufolge dürfte die Anzahl der jährlichen Todesfälle, die auf resistente Erreger zurückzuführen sind oder mit ihnen assoziiert sind, bis 2050 10 Millionen betragen [6]. Solche Prognosen müssen mit einer gewissen Vorsicht zur Kenntnis genommen werden, da die Daten global gesehen lückenbesetzt sind und modelliert wurden.